fotografie: NATIONALPARK WATTENMEER

Die Fotografie im und aus dem Nationalpark Wattenmeer nimmt einen recht großen Teil auf naturesurprises.com ein. Grund genug einige Worte darüber zu verlieren, was diese sehr besondere Umgebung ausmacht, aber auch wo ihre fotografischen Herausforderungen liegen.

Auf den ersten Blick ist die Nordseelandschaft vor allem eines - sehr flach und aufgeräumt - man könnte fast sagen: langweilig. Es braucht Zeit, bis mir kleine Lebewesen im Boden auffallen, zum Bespiel vergrabene Muscheln im Watt, kleine Blüten und Insekten in der Salzwiese, Vögel auf so mancher Sandbank. Dennoch bleibt die Landschaft das, was sie ist: flach, monoton, gerade.

Gerade das ist spannend für das fotografische Auge: Zum einen muss ich das Bild füllen mit Stimmungen und Momenten und so den Fokus auf ein bestimmtes Motiv, eine Struktur, ein Wolkenbild lenken. Gleichzeitig aber soll eben die einzigartige Weite der Landschaft zu spüren sein. Das ist die ständige Suche nach dem richtigen Maß an Abstraktion.


 

Ein berührendes Bild schaffen aus  wenigen beschränkten Zutaten:
HORIZONT, WASSER, BODEN, HIMMEL. UND LICHT.

Licht. Nichts ist essentiell wichtiger für die Landschaftsfotografie. Und nirgendwo wurde mir das so bewusst wie in der geraden, weiten Landschaft des Wattenmeeres. Immer ist es Warten auf den richtigen Moment. Denn wenn das Licht sich der Landschaft annimmt bilden Watt, Salzwiese und der Horizont nur eine Bühne für ein Spektakel. Das kann sowohl der kitschige Sonnenuntergang, als auch der heranrasende Sturm oder Vogelschwarm sein.

Ein wahres Spektakel ist ein solcher Moment gerade deshalb, weil die weite Umgebung 360° Rundumsicht bedeutet. So passiert es oft, dass sich in jeder Himmelsrichtung etwas vollkommen anderes abspielt. Wenn ich inmitten dessen stehe, dann kann ich nur staunen und bewundern. Und schließlich ist genau das die Fotografie: Nicht nur den Augenblick, sondern auch meine Emotion des Augenblicks zu transportieren.


 

Das versuche ich bei jeder Wanderung durch den Nationalpark. Ich tue es vor allem einmal für mich selber, wenn ich das Gefühl des Moments mithilfe meiner Kamera für einen längeren, ja theoretisch unendlichen Moment einfriere. Damit bin ich nur für mich selber schon recht beschäftigt. Doch manches Mal gelingt es, auch andere Personen mit dem ein oder anderen Moment im Nachhinein zu erreichen und zu begeistern.

Wenn das nur hin und wieder funktioniert, dann kann ich ein winziges bisschen dazu beitragen im zunächst etwas öde anmutenden Wattenmeer für den unglaublichen Schatz, den wir auf unserem Planeten beherbergen, zu werben.